WORKSHOP 6: Die Bildungsstadt digital entwerfen – Minecraft als Tool der E-Partizipation

Tobias Thiel, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.

Im Workshop wurde Minecraft als Instrument digitaler Jugendbeteiligung in Kommunen vorgestellt. Die Teilnehmenden warfen dabei zunächst den Blick in die eigene Kommune bzw. Organisation und benannten eigene Anwendungskontexte. Die Leitfragen waren unter anderem: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir ein solches Werkzeug in den nächsten Jahren anwenden? Worin sehen wir Chancen? Worin bestehen Hürden? Zudem lernten die Teilnehmenden spezifische organisatorische und technische Voraussetzungen von Minecraft kennen. Zur Unterstützung nahmen vier Jugendliche aktiv am Workshop teil und leiteten die restlichen Teilnehmenden beim Spielen an.

Zu Beginn wurde das Stimmungsbild abgefragt, inwieweit (digitale) Jugendbeteiligung in der eigenen Kommune bzw. der eigenen Organisation überhaupt eingesetzt wird und welche Berührungspunkte die Teilnehmenden mit Minecraft haben. Dabei stellte sich heraus, dass die Erfahrung sich tendenziell eher in Grenzen hielt, Minecraft jedoch vielen ein Begriff ist – gerade und vor allem mit pädagogischen Projekten.

Praxisnaher Anwendungskontext und automatischer Aushandlungsprozess

Referent Tobias Thiel von der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt lieferte anschließend einen Überblick zu relevanten Anwendungskontexten und Potenzialen: „Minecraft macht die direkte Konzeptentwicklung möglich.“ Die Teilnehmenden lernten im weiteren Schritt organisatorische und technische Voraussetzungen des Spiels kennen. Nach diesem theoretischen Input konnten sich die Teilnehmenden mit Hilfe von vier Jugendlichen selbst in der virtuellen Welt des Spiels ausprobieren. Grundlage dafür war die Stadt Wittenberg. Die Teilnehmenden bekamen die Aufgabe, Teile der Stadt als Gebäude aus einer bestimmten Perspektive nachzubauen. Dazu wurden sie in Gruppen aufgeteilt, die bereits während des Bauens miteinander in einen Aushandlungsprozess treten mussten, da ihre jeweiligen Bauvorhaben sich an den Bauübergängen tangierten. „Die Verständigung der unterschiedlichen Gruppen während des Baus gehört bereits zum Aushandlungsprozess“, so Tobias Thiel.

Die Möglichkeiten, die Minecraft als Beteiligungstool liefert, wurden einstimmig als sehr groß eingeschätzt. Nicht nur die ungewöhnliche Konstellation, dass Kinder und Jugendliche als Wissensträger partizipieren, sondern auch der praxisnahe Anwendungskontext wurden dabei hervorgehoben.

Hier geht es zur Präsentation (externer Link)