WORKSHOP 1: Neue Bildungsorte gemeinsam gestalten – Das Beispiel Campus Efeuweg

Eduard Heußen, Projektgruppe Efeuweg, Berlin

Im Süden von Berlin-Neukölln entsteht mit dem Campus Efeuweg ein Bildungsort, der zu besseren Bildungschancen in einer sozial benachteiligten Hochhaussiedlung beitragen soll. Dazu werden der Stadtteil und die Einrichtungen vor Ort baulich und pädagogisch verzahnt und eine kontinuierliche Bildungsbiografie von der Kita bis zum Abitur und zum Beruf ermöglicht. Dies erfordert das Zusammenwirken zahlreicher Akteure in Verwaltung und darüber hinaus sowie die Beteiligung der Bewohnerschaft. Die Kernherausforderung besteht darin, innerhalb bestehender Strukturen integriert zu arbeiten. Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage: Welche Stellschrauben gibt es, um einen solchen Prozess erfolgreich zu gestalten?

Dazu stellte Projektleiter Eduard Heußen vier Faktoren vor, die sich bisher für das Gelingen oder Scheitern eines solchen Prozesses als entscheidend gezeigt haben: Es muss ein politisches Mandat herbeigeführt werden, die Bewohnerschaft muss beteiligt werden. Die Mitarbeit externer Partner kann solche Vorhaben bereichern. Dafür braucht es jedoch eine klare Rahmung in Form von strategischen Zielen. Eine Herausforderung dabei ist, mit sowohl fördernden als auch hemmenden Kräften umzugehen.

Bekenntnis der Politik von hoher Relevanz

In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass sich die Politik zu solch relevanten Projekten bekennen müsse. Um dies zu erreichen, müssen die Vorhaben eine gewisse Attraktivität ausstrahlen. Sie dürften jedoch durchaus finanzielle Ressourcen einnehmen, so ein Fazit. Um die beteiligten Akteure hinter den strategischen Zielen zu versammeln, braucht es eine Leitidee von oben sowie Zielklarheit und klare Verfahren und Strukturen der Zusammenarbeit.
Einig waren sich die Teilnehmenden auch über die Bedeutung einer Beteiligung der Bewohnerschaft. Diese sei vor allem für die Akzeptanz und die Ausgestaltung von Vorhaben wertvoll. Bisher gehe die Beteiligung jedoch oft an den Zielgruppen vorbei und erreiche immer dieselben engagierten Bürgerinnen und Bürger. Daher sei eine milieuorientierte Ansprache wichtig. Hier kann Unterstützung von außen hilfreich sein, um zu kreativen Lösungen zu kommen.

Wichtig ist: Bürgerbeteiligung darf kein Selbstzweck sein und kann nicht das Ziel verfolgen, alle Wünsche zu erfüllen.